USB-Weiterleitung

Bei der USB-Weiterleitung wird das signotec Unterschriftenpad als USB-Gerät vollständig in die Remote-Sitzung durchgereicht. Auf dem Server erscheint das Pad, als wäre es lokal angeschlossen; der USB-Datenstrom wird durch das Remote-Protokoll transportiert. Citrix bezeichnet diese Funktion als Generic USB Redirection, Microsoft RDP nutzt die Bezeichnung USB-Geräteumleitung (historisch auch RemoteFX USB Redirection).

Diese Variante kommt ohne signotec-spezifische Komponenten aus und ist daher in Umgebungen attraktiv, in denen keine Treiber-Verteilung möglich ist. Sie ist allerdings nach Erfahrung von signotec und vielen Kunden die schwächste der hier dokumentierten Optionen — insbesondere bei Microsoft RDP. Sofern eine der anderen Anbindungen einsetzbar ist, sollte diese bevorzugt werden. Eine Gegenüberstellung der Optionen findet sich unter Optionen im Vergleich.

Funktionsweise

Der USB-Stack des Clients gibt das Pad nicht an das lokale Betriebssystem, sondern an den Citrix- bzw. RDP-Client weiter. Dieser tunnelt die USB-Kommunikation durch das Remote-Protokoll. Auf dem Server wird das Pad vom dortigen USB-Stack erkannt und einer Anwendung zur Verfügung gestellt. Aus Sicht der Server-Anwendung verhält sich das Pad identisch zu einem lokal angeschlossenen Gerät.

Da die rohen USB-Frames über das Netzwerk transportiert werden, ist die Variante empfindlich gegenüber Latenz, Bandbreite und Sitzungs-Unterbrechungen. Bei einem Reconnect der Sitzung wird das USB-Gerät erneut enumeriert, was je nach Anwendung zu einer kurzen Trennung der Verbindung zum Pad führen kann.

Voraussetzungen

  • signotec Unterschriftenpad in der USB-Variante (Artikel-Nummer endet auf U100)

  • PC oder Thin Client mit Citrix Workspace App bzw. Microsoft Remote Desktop Client

  • Aktivierte USB-Umleitung im Remote-Protokoll (Citrix-Richtlinie bzw. RDP-Gruppenrichtlinie)

  • Administrative Berechtigungen für die Konfiguration der Richtlinien

Geräte in der FT100-Variante können prinzipiell ebenfalls per USB-Weiterleitung angebunden werden, da der integrierte FTDI-Chip aus Sicht des Clients ein USB-Gerät ist. In diesem Fall ist die Virtuell-Serielle Verbindung jedoch der direktere und stabilere Weg.

Konfiguration in Citrix

Die Standardregeln von Citrix lassen Eingabegeräte (Klasse HID) in vielen Konstellationen nicht automatisch zu. Für signotec Unterschriftenpads ist daher in der Regel eine explizite Allow-Regel erforderlich. Die Regeln folgen dem Schema Allow: bzw. Deny: gefolgt von einer beliebigen Kombination aus Tags (VID, PID, REL, Class, SubClass, Prot). Details zur vollständigen Syntax finden sich in der Citrix-Dokumentation.

Variante 1 — Alle signotec Pads erlauben

Für die meisten Umgebungen ist es ausreichend, alle Geräte des Herstellers signotec zuzulassen. Die Vendor-ID (VID) von signotec lautet 2133:

Allow: VID=2133 # signotec Unterschriftenpads

Variante 2 — Nur bestimmte Modelle erlauben

Soll die Umleitung auf einzelne Pad-Modelle beschränkt werden, wird zusätzlich zur VID die Produkt-ID (PID) des jeweiligen Modells angegeben. Die Product-IDs der aktuellen signotec-Pads:

Modell

Product-ID

Sigma

0001

Zeta

0005

Omega

000B

Gamma

000F

Delta

0015

Delta PD

0018

Delta PDT

0019

Kronos PD

001C

Kronos PDT

001D

Epsilon PDT

0022

Beispiel für eine gezielte Freigabe von signotec Sigma und signotec Delta:

Allow: VID=2133 PID=0001 # signotec Sigma
Allow: VID=2133 PID=0015 # signotec Delta

Werden weitere Pad-Modelle eingesetzt, ergänzen Sie je Modell eine eigene Regel.

Zusätzlich kann die Richtlinie Automatische Verbindung der USB-Geräte (englisch: Client USB device redirection — Auto connect) aktiviert werden, damit das Pad beim Sitzungsstart automatisch verbunden wird.

Konfiguration in RDP

Die USB-Umleitung über RDP wird in den Microsoft-Werkzeugen weiterhin unter der historischen Bezeichnung RemoteFX-USB-Geräteumleitung geführt — auch nachdem Microsoft die RemoteFX-vGPU 2020 abgekündigt hat. Die USB-Umleitung selbst ist weiterhin Bestandteil von RDP.

Die Aktivierung erfolgt über Gruppenrichtlinien auf dem Client:

Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Remotedesktopdienste → Remotedesktop-Verbindungsclient → RemoteFX-USB-Geräteumleitung

Hier ist die Richtlinie RDP-Umleitung anderer unterstützter RemoteFX-USB-Geräte von diesem Computer zulassen auf Aktiviert zu setzen. In den Optionen der Richtlinie kann gewählt werden, ob die Umleitung Administratoren und/oder Benutzern zur Verfügung steht.

Nach Aktivierung der Richtlinie und Neustart des Clients steht das Pad im Remote-Desktop-Client unter Lokale Ressourcen → Lokale Geräte und Ressourcen → Weitere zur Auswahl. Der Haken bei dem Gerät leitet es in die Sitzung weiter.

Verifikation

Nach Aktivierung der USB-Umleitung erscheint das Pad in der Remote-Sitzung im Geräte-Manager — bei der U100-Variante als USB-Eingabegerät, bei der FT100-Variante als USB-Seriell-Wandler mit zugewiesenem COM-Port. Eine signotec-fähige Anwendung in der Sitzung (z. B. signoSign/2 oder eine Fachanwendung mit signoPAD-API) muss das Pad anschließend ansprechen können.

Bei Problemen prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Erkennung des Pads auf dem Client (Geräte-Manager), aktivierte USB-Umleitung im Remote-Protokoll, korrekte VID/PID in der Citrix-Regel bzw. Auswahl des Geräts im Remote-Desktop-Client, Erkennung des Pads in der Server-Sitzung.

Tritt nach einem Sitzungs-Reconnect ein Verbindungsabbruch zum Pad auf, ist dies kein Konfigurationsfehler, sondern ein bekanntes Verhalten der USB-Weiterleitung: das Gerät wird beim Reconnect neu enumeriert. Die Anwendung muss in diesem Fall die Verbindung zum Pad erneut aufbauen.