Die virtuell-serielle Verbindung stellt das signotec Unterschriftenpad auf dem Client als virtuellen COM-Port bereit. Dieser COM-Port wird mit Bordmitteln der Citrix- bzw. RDP-Sitzung in die Server-Sitzung gemappt, sodass die Anwendung auf dem Terminalserver das Pad wie eine lokale serielle Schnittstelle ansprechen kann.
Diese Variante ist mit Citrix Virtual Apps and Desktops sowie Microsoft RDP einsetzbar und funktioniert grundsätzlich auch mit weiteren Remote-Protokollen, sofern diese das Mapping serieller Ports unterstützen.
Funktionsweise
Die Umwandlung des USB-Geräts in einen virtuellen COM-Port erfolgt auf dem Client. signotec bietet hierfür zwei Wege:
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Hardwareseitige Umwandlung (
FT100-Variante) — Geräte, deren Artikel-Nummer aufFT100endet, enthalten einen integrierten USB-Seriell-Wandler von FTDI. Sie melden sich am Client direkt als serielles Gerät. Erforderlich ist lediglich der standardisierte FTDI-Treiber auf dem Client. Dieser ist auf Linux-Systemen als Kernel-Modul (ftdi_sio) Bestandteil aller gängigen Distributionen; auf Windows wird er bei erstmaligem Anschluss in der Regel automatisch über Windows Update nachgeladen. -
Softwareseitige Umwandlung (
U100-Variante mit signotec VCOM-Treiber) — Geräte mit USB-Anschluss (Artikel-Nummer endet aufU100) können über den signotec virtuellen COM-Port-Treiber (kurz VCOM-Treiber) auf dem Client als virtueller COM-Port bereitgestellt werden. Der Treiber ist für Windows und Linux verfügbar und kostenpflichtig zu lizenzieren.
In beiden Fällen sieht der Client das Pad als seriellen Anschluss. Der COM-Port wird anschließend per Citrix- bzw. RDP-Mechanismus in die Sitzung weitergereicht; die Server-Anwendung spricht das Pad über diesen Port an.
Voraussetzungen
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signotec Unterschriftenpad
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PC oder Thin Client mit Windows oder Linux
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Citrix Workspace App bzw. Microsoft Remote Desktop Client
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Bei
U100: lizenzierter signotec VCOM-Treiber auf dem Client -
Bei
FT100: standardisierter FTDI-Treiber auf dem Client (i. d. R. ohne Aktion verfügbar — Linux: Kernel-Modul, Windows: über Windows Update) -
Administrative Berechtigungen auf dem Client, sofern eine Treiber-Installation erforderlich ist
Bei zentral verwalteten Thin Clients ohne Anbindung an Windows Update kann es vorkommen, dass der FTDI-Treiber per Custom Partition oder über das Image bereitgestellt werden muss. Details hierzu hängen vom verwendeten Thin-Client-OS ab und sind nicht Teil dieser Dokumentation.
Treiber-Installation
FTDI-Variante (FT100)
Auf den meisten Systemen ist keine manuelle Installation erforderlich. Sollte der FTDI-Treiber dennoch nicht automatisch verfügbar sein, kann er direkt vom Hersteller bezogen werden: https://ftdichip.com/drivers/.
VCOM-Variante (U100 mit signotec VCOM-Treiber)
Der signotec VCOM-Treiber wird mit administrativen Rechten auf dem Client installiert und benötigt eine gültige Lizenz. Bezug über den signotec Vertrieb. Eine Demo-Version zum Testen der Anbindung ist auf Anfrage verfügbar.
Konfiguration in Citrix
Damit der COM-Port des Clients in der Citrix-Sitzung verfügbar ist, muss in den Citrix-Richtlinien die COM-Port-Umleitung aktiviert sein. Die relevanten Richtlinien finden sich in Citrix Studio unter Richtlinien → ICA → Port-Umleitung:
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Client-COM-Port-Umleitung (englisch: Client COM port redirection) — auf Zulässig setzen.
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Automatische Verbindung mit Client-COM-Ports (englisch: Auto connect client COM ports) — optional auf Aktiviert setzen, damit der Port beim Sitzungsstart automatisch verbunden wird.
Nach Aktivierung der Richtlinien und Neustart der Sitzung ist der COM-Port des Clients in der Server-Sitzung verfügbar. Welche COM-Port-Nummer in der Sitzung verwendet wird, kann von der lokalen Nummerierung auf dem Client abweichen und sollte im Geräte-Manager der Sitzung bzw. in der Anwendung geprüft werden.
Konfiguration in RDP
Die COM-Port-Umleitung über RDP kann auf zwei Wegen aktiviert werden:
Pro Verbindung über den Remote-Desktop-Client
Im Remote-Desktop-Client (mstsc.exe) unter Lokale Ressourcen → Lokale Geräte und Ressourcen → Weitere → Anschlüsse den Haken setzen. Die Einstellung gilt für die jeweilige Verbindung.
Zentral per Gruppenrichtlinie
Auf dem Terminalserver bzw. zentral per GPO: Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Remotedesktopdienste → Remotedesktop-Sitzungshost → Geräte- und Ressourcenumleitung → COM-Port-Umleitung nicht zulassen auf Deaktiviert setzen.
Nach Aktivierung der Umleitung und Neuverbindung der Sitzung steht der COM-Port des Clients in der Server-Sitzung zur Verfügung.
Verifikation
Nach der Konfiguration kann die Anbindung mit einer signotec-fähigen Anwendung in der Remote-Sitzung getestet werden — etwa mit signoSign/2 oder einer Fachanwendung mit signoPAD-API. Die Anwendung muss den COM-Port erkennen, der in der Sitzung dem Pad zugeordnet ist.
In der Citrix- bzw. RDP-Sitzung erscheinen weitergeleitete Client-COM-Ports im Geräte-Manager der Sitzung unter Anschlüsse (COM und LPT). Die Nummerierung in der Sitzung kann von der Nummerierung auf dem Client abweichen.
Bei Problemen prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Treiber-Installation auf dem Client (FTDI bzw. VCOM), Erkennung des Pads als COM-Port auf dem Client (Geräte-Manager), Citrix-Richtlinie bzw. RDP-Konfiguration für die COM-Port-Umleitung, Erkennung des Ports in der Server-Sitzung.